Eine elektronisch gemeldete Schiffsposition ist zunächst nur ein Datenpunkt. Ob sich ein Schiff tatsächlich an dieser Position befindet, lässt sich zuverlässiger beurteilen, wenn weitere, unabhängige Informationen hinzukommen. Genau hier setzt aisvogel von hensec secure solutions an. Die fliegende Sensorplattform erfasst Funk-, Positions-, Bewegungs- und optische Informationen direkt über dem maritimen Einsatzgebiet und führt sie zu einem gemeinsamen Lagebild zusammen.

aisvogel kann große Seegebiete über viele Stunden beobachten, auffällige Signale und Bewegungsmuster erkennen und bei Bedarf gezielt zu auffälligen Positionen verlagert werden. Bei Meldungen oder verdächtigen Aktivitäten kann die Plattform automatisiert starten, das betreffende Gebiet anfliegen und die Lage vor Ort mit ihrer Sensorik verifizieren. Bei entsprechender Genehmigung ist ein solcher Einsatz auch außerhalb der direkten Sichtweite (BVLOS – Beyond Visual Line of Sight) möglich. Je nach Mission lässt sich die Plattform mit RF- (Radio Frequency/Funk), AIS- (Automatic Identification System), EO/IR- (elektrooptisch/infrarot), GNSS- (Global Navigation Satellite System) und Kommunikationssystemen ausstatten. So können unterschiedliche Informationen nicht nur erfasst, sondern zeitlich und räumlich miteinander korreliert, überprüft und eingeordnet werden.

„Für ein belastbares maritimes Lagebild reicht es nicht, einzelne Datenquellen isoliert zu betrachten“, sagt Kevin Heneka, Geschäftsführer von hensec secure solutions. „Entscheidend wird es dort, wo Informationen miteinander abgeglichen werden: Passt die gemeldete Position zur tatsächlichen Beobachtung? Lässt sich eine auffällige Funkemission räumlich eingrenzen? Und ergeben verschiedene Sensoren zusammen ein schlüssiges Bild? Genau für solche Aufgaben haben wir aisvogel entwickelt.“

Wenn die gemeldete Position nicht zur Beobachtung passt

Ein zentraler Anwendungsfall von aisvogel ist die Verifikation von AIS-Daten. Es handelt sich dabei um automatisch von Schiffen ausgestrahlte Angaben zu Identität, Position, Kurs und Geschwindigkeit. Die Plattform empfängt AIS-Informationen, analysiert Schiffsbewegungen und gleicht gemeldete Positionen mit weiteren Beobachtungen ab. Kamera- und EO/IR-Sensorik kann einen Kontakt unabhängig bestätigen und elektronische Positionsangaben mit der tatsächlich beobachteten Situation vergleichen.

Werden AIS-, GNSS- oder andere Positionsinformationen mit einem erkannten Kontakt korreliert, werden räumliche Widersprüche sichtbar. Auffällige Positionssprünge, unplausible Tracks oder mögliche Spoofing-Situationen lassen sich dadurch priorisieren und gezielt untersuchen.

Gleichzeitig kann die Plattform relevante Funkaktivitäten erfassen und auffällige oder unbekannte Funksignale räumlich und zeitlich einordnen. Im Bereich GNSS dient aisvogel dazu, auffällige Situationen sowie mögliche Jamming- oder Spoofing-Ereignisse im maritimen Umfeld zu untersuchen. Dabei verfügt die Plattform selbst über GPS-Jamming-resiliente Navigationssysteme, um auch in einem durch Störsignale beeinträchtigten Umfeld navigieren zu können.

Die unterschiedlichen Informationen fließen in ein dynamisches gemeinsames Lagebild ein. Widersprüche zwischen Signalen, Bewegungen und beobachteten Positionen werden darin sichtbar und können hinsichtlich ihrer operativen Relevanz bewertet werden. Für die maritime Sicherheit ist gerade dieser Abgleich unterschiedlicher Informationsquellen entscheidend, um Auffälligkeiten zuverlässig einordnen und bei Bedarf gezielt untersuchen zu können.

Mobile Sensorik für maritime Einsatzgebiete

Die CarryAir-Basis von aisvogel verbindet die Effizienz eines Starrflüglers mit der Flexibilität eines VTOL-Systems. Das bedeutet: Das Fluggerät startet und landet senkrecht wie ein Hubschrauber, fliegt dann aber lange und sparsam wie ein Flugzeug. Mit Hybridantrieb sind bis zu zehn Stunden Flugdauer möglich. Die Plattform verfügt über eine Spannweite von knapp drei Metern und bietet bis zu sieben Kilogramm Nutzlast bzw. 60 Liter geschütztes Nutzlastvolumen. Sechs dedizierte Hubrotoren ermöglichen vertikales Starten und Landen und sorgen zugleich für Redundanz.

Die Sensorik wird missionsspezifisch zusammengestellt. Integriert werden können RF-, AIS-, EO/IR-, GNSS- und Kommunikationssysteme. Dadurch lässt sich die Plattform auf unterschiedliche Einsatzräume, Sensorpakete und Missionsprofile zuschneiden. Als unbemannte Sensorplattform ist aisvogel zudem wesentlich kostengünstiger einsetzbar als Hubschrauber oder bemannte Flugzeuge – insbesondere bei länger andauernden oder wiederkehrenden Überwachungsaufgaben.

Zu den vorgesehenen Anwendungen gehört die langandauernde mobile Beobachtung von Schiffsverkehr, Seewegen und definierten Operationsgebieten. Darüber hinaus kann aisvogel elektronisch gemeldete Positionen und Identitäten mit unabhängigen Beobachtungen aus der Luft abgleichen, ungewöhnliche Funkaktivitäten untersuchen sowie mögliche GNSS-Jamming- und Spoofing-Ereignisse in Küsten- und Offshore-Gebieten erkennen und räumlich untersuchen.

Die Plattform ist auch für die mobile Überwachung kritischer maritimer Infrastruktur ausgelegt. Als mögliche Einsatzgebiete nennt hensec Offshore-Anlagen, Kabelkorridore, Energieinfrastruktur und sensible Seegebiete. Damit lässt sich aisvogel sowohl für die maritime Sicherheit in größeren Seegebieten als auch gezielt zum Schutz besonders sensibler Infrastruktur einsetzen. Entwickelt und produziert wird aisvogel in Deutschland. Die Lieferkette für die Plattform liegt vollständig innerhalb der Europäischen Union.

Mehrere Plattformen im Verbund

Als Besonderheit von aisvogel bezeichnet hensec die Möglichkeit zum kooperativen Einsatz mehrerer fliegender Plattformen. Mehrere räumlich getrennte Drohnen können dasselbe Signal aus unterschiedlichen Positionen beobachten und ihre Messungen gemeinsam auswerten.

Bei geeigneter Sensorik ermöglicht dieser Verbund kooperative Peil- und Geolokalisierungsverfahren. Mehrere Plattformen liefern unterschiedliche Peilrichtungen, über die sich eine auffällige Emission räumlich eingrenzen lässt. Parallel können weitere Plattformen das Seegebiet überwachen oder einen Kontakt optisch verifizieren.

Vogelperspektive als entscheidender Vorteil der Seeüberwachung

„Gerade auf See ist Mobilität ein entscheidender Vorteil“, erklärt Kevin Heneka. „Statt ausschließlich darauf angewiesen zu sein, was von einem festen Standort aus erfasst werden kann, bringen wir die Sensorik über das Einsatzgebiet für eine umfassende Vogelperspektive. Und wenn mehrere Plattformen zusammenarbeiten, können wir eine auffällige Situation aus unterschiedlichen Positionen betrachten und die gewonnenen Informationen miteinander verbinden.“

Der Missionsablauf folgt dabei einem durchgängigen Prinzip: Sensordaten werden zunächst erfasst, anschließend zeitlich und räumlich korreliert und Auffälligkeiten klassifiziert und priorisiert. Elektronische Angaben können danach mit optischen oder anderen unabhängigen Sensorinformationen überprüft werden. Auffällige Kontakte und Signalquellen lassen sich schließlich näher untersuchen und im Plattformverbund räumlich eingrenzen.

Weitere Informationen zu aisvogel, zum Bezug der Plattform oder zu Einsatzmöglichkeiten im Rahmen eines Mietservices erhalten Interessenten direkt bei hensec secure solutions unter contact@hensec.com.

hensec – secure solutions (www.hensec.com) ist auf 360-Grad-Sicherheitslösungen für Industrie, Wirtschaft und Behörden spezialisiert. Gemäß der Erkenntnis „Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied“ legt das Unternehmen den Schwerpunkt auf ganzheitliche Sicherheitskonzepte, die physische Sicherheit und Cybersecurity gleichermaßen umfassen. hensec prüft bestehende Sicherheitskonzepte, übernimmt Gefährdungsbeurteilungen, qualifiziert Personal und erarbeitet sowie implementiert Sicherheitslösungen, die der heutigen Gefährdungslage – insbesondere auch mit Blick auf hybride Angriffsszenarien – Rechnung tragen.

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